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Abheben im Stau: Warum wir das Auto verbessern, statt den Weg neu zu denken

Michael Urban
Michael Urban
CEO & KI-Stratege · NxtLvlOrg
16. Oktober 2026 6 Min.
Autonome Passagier-Drohnen fliegen in gerader Linie über eine verstopfte Autobahn in der Abenddämmerung AIGenerated

KI-generiertes Bild · Lichtbildgestalter: NxtLvlOrg UG mit künstlicher Intelligenz

47 Stunden Stau und ein Auto, das kurz abhebt

47 Stunden hat der typische Autofahrer in Deutschland 2025 im Stau verloren. In Köln waren es 67, rund 20 Prozent mehr als im Jahr davor. INRIX beziffert den Schaden auf etwa 750 Euro verlorene Zeit und Produktivität pro Fahrer.

Und was lernen wir daraus? Wenig. Gestern Nacht hat Tesla in Texas den neuen Roadster gezeigt. Mit Kaltgas-Düsen von SpaceX soll er in kurzen Schüben fliegen können. Hier kannst du dir die Präsentation selbst ansehen: Tesla Roadster mit SpaceX-Düsen (Video).

Präsentation vom 15.10.2026, Quelle: Tesla / VideoFromSpace. Beim Klick lädt YouTube im erweiterten Datenschutzmodus; dabei erhält Google deine IP-Adresse (Datenschutz).

Technisch beeindruckend, keine Frage. Im Stau auf der A4 hilft es trotzdem niemandem. Das Auto wird noch spektakulärer, das Problem bleibt dasselbe.

Ich halte das Auto schon lange vor allem für ein Statussymbol. Ehrlich gesagt ärgert mich das. Nicht das Auto selbst, sondern dass wir so viel Energie darauf verwenden, das Bekannte zu verfeinern, statt den Weg neu zu denken.

Was wäre, wenn wir vom kürzesten Weg her denken?

Stell dir vor, Mobilität beginnt nicht beim Fahrzeug, sondern beim Ziel. Du willst von A nach B. Autonome Drohnen fliegen dich auf direkter Linie dorthin, ohne Ampel, ohne Abbiegespur, ohne Umweg über die nächste Auffahrt.

Das würde mehr lösen, als man auf den ersten Blick denkt:

Ehrlich gesagt: Die Technik ist noch nicht so weit

Wer über den Weg in die Luft schreibt, muss auch über die Grenzen sprechen. Sonst ist es Science-Fiction mit Business-Anstrich.

Die beiden deutschen Hoffnungsträger für Flugtaxis, Lilium und Volocopter, sind in die Insolvenz gegangen. Volocopter hatte trotz technischer Fortschritte keine Musterzulassung der europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA erhalten. Bei Lilium platzte eine geplante staatliche Förderung. Beide haben unterschätzt, wie viel Kapital und Zeit Zulassung und Serienreife verschlingen.

Dazu kommen offene Fragen, die keine Präsentation löst:

Das Bundesverkehrsministerium hatte Teststrecken für Lufttaxis ab 2026 und einen bundesweiten Betrieb ab 2032 angepeilt. Ob das hält, ist offen. Der Weg in die Luft ist also kein Projekt für nächstes Jahr. Er ist aber ein Gedanke, den wir viel zu selten zu Ende denken.

Warum das Alte so fest sitzt

Die spannendere Frage ist nicht, ob Drohnen das Auto ersetzen. Sondern warum wir den Gedanken kaum zulassen. Vier Kräfte halten das bestehende System zusammen, und keine davon hat mit fehlender Intelligenz zu tun.

Keine dieser Kräfte ist böse. Zusammen ergeben sie aber ein System, das sich selbst stabilisiert. Und genau dieses Muster kenne ich aus fast jedem Unternehmen.

Das ist kein Autoproblem

Wenn Unternehmen KI einführen, sehe ich dasselbe Muster wie bei Tesla und dem Roadster. Optimiert wird das Bestehende. Ein Chatbot kommt in den alten Serviceprozess, ein Copilot in die alte Angebotserstellung, ein Prognosetool in die alte Disposition. Die Frage, ob es den Prozess in dieser Form überhaupt noch braucht, stellt kaum jemand.

Das liegt nicht am Unwillen der Menschen. Es liegt daran, dass das Alte Identität, Investition und Regelwerk in einem ist. Genau wie beim Auto:

Wie es anders geht, habe ich selbst erlebt. 2003 habe ich für Neckermann eine der ersten mobilen Shop-Anwendungen gebaut, als mobiles Einkaufen technisch noch Neuland war. Der Erfolg kam nicht allein von der Technik. Er kam, weil wir das Team durch seine Unsicherheit mitgenommen haben und vom Ziel her gedacht haben, nicht vom damaligen Shop.

Was hilft: vom Ziel her denken

Du musst nicht gleich das ganze System umwerfen. Aber du kannst die Richtung ändern, aus der du denkst.

Genau deshalb beginnt On-the-Job-Implementation bei uns nicht beim Tool, sondern beim Ziel. Und bei den Menschen, die den Weg dorthin gehen. Warum KI-Projekte gerade an dieser Stelle hängen bleiben, beschreibt die Seite KI-Einführung gescheitert.

Wer die Menschen mitnimmt, gewinnt. Beim Auto wie bei der KI.

Welches „Auto“ fährst du in deinem Unternehmen noch, obwohl der kürzere Weg längst denkbar wäre? Wenn du gerade an genau dieser Stelle stehst, schreib mir. Lass uns gemeinsam schauen, wo dein kürzester Weg liegt.

Quellen

Titelbild: KI-generiert, Lichtbildgestalter: NxtLvlOrg UG mit künstlicher Intelligenz. Vorschaubild des Videos: Standbild aus der Präsentation, Quelle: Tesla / VideoFromSpace.

Welches „Auto“ fährt dein Unternehmen noch?

Im Erstgespräch schauen wir vom Ziel her auf einen eurer Prozesse und suchen den kürzesten Weg, mit KI und mit deinem Team.

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